Compliance · Kostenloser Check

Cyber-Versicherung: Voraussetzungen erfüllen – die Bestandsaufnahme für den Mittelstand

Versicherer schließen heute keine Cyber-Police mehr ab, ohne Ihre IT zu prüfen. Wer die Fragen im Antrag nicht mit „ja“ beantworten kann, bekommt keine Deckung, zahlt mehr oder bleibt im Schadensfall auf den Kosten sitzen. Wir prüfen kostenlos, ob Ihre IT die sechs typischen Anforderungen erfüllt – und schließen die Lücken.

Warum Versicherer heute Nachweise verlangen

Noch vor wenigen Jahren reichte für eine Cyber-Versicherung ein kurzer Antrag. Das hat sich geändert: Ransomware-Schäden im Mittelstand liegen im Durchschnitt bei mehreren zehntausend Euro, Betriebsunterbrechungen dauern oft drei Wochen. Versicherer haben darauf reagiert und prüfen die IT-Sicherheit ihrer Kunden vor Vertragsabschluss – und im Schadensfall noch einmal.

Für Sie als Geschäftsführer oder kaufmännischen Leiter bedeutet das vier mögliche Konsequenzen:

  • Der Fragebogen. Antrag oder Verlängerung enthalten einen Risikofragebogen mit 20 bis 60 Fragen zu MFA, Backup, Endpoint-Schutz, Updates und Schulungen. Die Antworten sind Vertragsgrundlage.
  • Die Ablehnung. Fehlt eine Kernanforderung – häufig MFA oder ein getestetes Offline-Backup –, wird der Antrag abgelehnt oder nur mit Auflagen und Fristen angenommen.
  • Die Prämie. Je schlechter das Sicherheitsniveau, desto höher Beitrag und Selbstbehalt. Nachweisbare Maßnahmen senken beides messbar.
  • Die Leistungskürzung. Wer im Antrag „ja“ angibt, aber im Schadensfall nicht liefern kann, riskiert eine Obliegenheitsverletzung: Der Versicherer kürzt oder verweigert die Leistung. Das ist der teuerste Fall.

Wichtig: Wir sind IT-Dienstleister, keine Versicherungsberater. Was Ihre Police konkret verlangt, steht in den Vertragsbedingungen – prüfen Sie Ihre Police oder fragen Sie Ihren Makler. Wir sorgen dafür, dass Ihre IT die Antworten hält, die Sie geben.

Die 6 typischen Anforderungen der Cyber-Versicherer an KMU

Die Fragebögen unterscheiden sich im Detail, die Kernanforderungen sind bei fast allen Versicherern identisch. So setzen wir sie um:

AnforderungWas Versicherer fragenWas Sie brauchenWie BES es umsetzt
1. Multi-Faktor-Authentifizierung„Ist MFA für alle Fernzugriffe, E-Mail-Konten und Administratorkonten aktiv?“MFA für Microsoft 365, VPN, Fernwartung, Admin-Konten – ausnahmslosEinführung über Microsoft Entra ID mit Conditional Access, MFA am VPN der Managed Firewall, Härtung nach Secure Score
2. Offline- oder Immutable Backup mit Test„Existiert eine vom Netz getrennte oder unveränderbare Sicherung? Wann wurde die Wiederherstellung zuletzt getestet?“3-2-1-1-Regel, unveränderbare Kopie, dokumentierte Restore-TestsCloud-Backup in der TERRA Cloud mit Immutable Storage, Restore-Tests nach Plan, Nachweis im Monatsreport
3. EDR/XDR statt klassischem Antivirus„Ist auf allen Endgeräten und Servern eine Lösung mit Verhaltenserkennung und Reaktion im Einsatz?“Endpoint Detection & Response auf jedem Gerät, zentral überwachtEndpoint-Schutz mit EDR/XDR (Sophos), zentrale Konsole, Alarmierung an unser Team
4. Patchmanagement mit Fristen„Werden kritische Sicherheitsupdates innerhalb von 14 bzw. 30 Tagen eingespielt? Sind Systeme ohne Herstellersupport im Einsatz?“Automatisiertes Patchmanagement, Nachweis, Ablösung veralteter SystemeMonitoring und Patchmanagement als Bestandteil der Managed IT-Services, Patchstand im Monatsreport, Schwachstellenmanagement
5. Awareness-Schulung„Werden Mitarbeitende regelmäßig zu Phishing und sicherem Verhalten geschult? Gibt es Nachweise?“Jährliche Schulung, Phishing-Simulationen, TeilnahmenachweiseSecurepoint Awareness Training mit Lernmodulen, Phishing-Simulation und Zertifikaten pro Mitarbeiter
6. Netzsegmentierung und Notfallplan„Sind Netze getrennt? Existiert ein dokumentierter Notfall- und Wiederanlaufplan?“VLANs für Server, Clients, Gäste, Produktion; schriftlicher IT-NotfallplanNetzsegmentierung über die Managed Firewall, IT-Notfallplan mit Kontakten, RTO/RPO und Wiederanlaufreihenfolge

Die Formulierungen sind sinngemäß zusammengefasst aus typischen Risikofragebögen. Maßgeblich ist der Fragebogen Ihres Versicherers.

So läuft der kostenlose Cyber-Versicherungs-Check ab

1. Fragebogen und Erstgespräch

Sie schicken uns den Fragebogen Ihres Versicherers (oder wir nutzen unsere Vorlage). In 30 Minuten gehen wir die Punkte gemeinsam durch – per Teams oder Telefon.

2. Technische Prüfung

Wir prüfen MFA-Status, Backup-Konzept, Endpoint-Schutz, Patchstand, Netzaufbau und vorhandene Dokumentation – per Fernzugriff oder vor Ort in Mittelfranken.

3. Ergebnis mit Ampel

Sie erhalten eine Übersicht: Was ist erfüllt, was fehlt, was kostet die Lücke zu schließen. Damit können Sie den Fragebogen wahrheitsgemäß ausfüllen – oder erst die Lücken schließen lassen.

Die meisten Lücken lassen sich in wenigen Wochen schließen. MFA für Microsoft 365 ist oft in Tagen umgesetzt, ein Immutable Backup in der TERRA Cloud in ein bis zwei Wochen, EDR/XDR wird per Rollout auf alle Geräte verteilt. Wer Managed IT-Services von BES bezieht, hat die Punkte 1 bis 4 in der Regel bereits erfüllt und erhält die Nachweise automatisch mit dem Monatsreport.

Was hat die Cyber-Versicherung mit NIS2 zu tun?

Mehr, als es zunächst scheint. Die Anforderungen der Versicherer decken sich weitgehend mit den Mindestmaßnahmen, die die NIS2-Richtlinie von betroffenen Unternehmen verlangt: Risikomanagement, Backup und Wiederherstellung, MFA, Schulungen, Meldeprozesse und ein Notfallplan. Wer die sechs Punkte für den Versicherer umsetzt, hat einen großen Teil der NIS2-Pflichten erledigt – und umgekehrt. Für Zulieferer, die noch nicht direkt unter NIS2 fallen, ist der Fragebogen des Versicherers oft der erste Anlass, die IT-Sicherheit systematisch zu dokumentieren. Ob Ihr Unternehmen betroffen ist, klären wir in der NIS2-Beratung.

Häufige Fragen

Brauche ich alle sechs Punkte, um eine Cyber-Versicherung zu bekommen?

Das entscheidet Ihr Versicherer. MFA und ein getrenntes, getestetes Backup gelten praktisch überall als Mindestvoraussetzung; bei den anderen Punkten gibt es häufig Fristen zur Nachrüstung oder Zuschläge. Prüfen Sie Ihre Police oder den Antrag – wir helfen bei der technischen Einordnung.

Was passiert, wenn ich im Fragebogen etwas falsch angebe?

Falsche Angaben können im Schadensfall zur Leistungskürzung oder -verweigerung führen, wenn sie für den Schaden relevant waren. Deshalb prüfen wir vor dem Ausfüllen den tatsächlichen Stand und dokumentieren ihn. Was Sie angeben, muss auch stimmen – und nachweisbar bleiben, etwa durch Reports.

Ersetzt eine Cyber-Versicherung ein Backup oder eine Firewall?

Nein. Die Versicherung zahlt im Ernstfall Kosten für Forensik, Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung oder Haftpflicht – aber nur, wenn die vereinbarten Schutzmaßnahmen vorhanden waren. Sie ersetzt nie die Maßnahme selbst; ohne Backup gibt es nichts wiederherzustellen.

Was kostet es, die Lücken zu schließen?

Das hängt vom Ausgangszustand ab. Als Anhaltspunkt: Cloud-Backup ab 89,90 € pro Monat, Managed Firewall ab 189 € pro Monat, Awareness-Schulungen ab 6 € pro Nutzer und Monat. Die Managed IT-Betreuung selbst kalkulieren wir nach der Bestandsaufnahme vor Ort als Festpreis, weil sie stark von Ihrer Umgebung abhängt. Den konkreten Rahmen erhalten Sie mit dem Check-Ergebnis.

Ist der Check wirklich kostenlos?

Ja. Erstgespräch, technische Prüfung und Ergebnisübersicht sind kostenlos und unverbindlich. Sie erhalten die Übersicht auch, wenn Sie die Umsetzung selbst oder mit einem anderen Partner vornehmen.

Ob Antrag, Verlängerung oder Auflage des Versicherers: Klären wir in 30 Minuten, wo Ihre IT steht – bevor der Versicherer es tut.