Compliance · ISO 27001 · ISMS

ISO 27001 Beratung für den Mittelstand: ISMS aufbauen, Zertifizierung erreichen, Nachweis liefern

Kunden fragen nach dem Zertifikat, Ausschreibungen verlangen es, NIS2 macht die Inhalte zur Pflicht. Wir begleiten Unternehmen in Mittelfranken auf dem Weg zur ISO 27001 – BES setzt die technischen Maßnahmen um, unsere Schwesterfirma CMD Datenschutz & Compliance baut das Managementsystem auf und stellt den Informationssicherheitsbeauftragten. Und wir gehen den Weg gerade selbst.

Was ist ISO 27001?

ISO/IEC 27001 ist die international anerkannte Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Sie beschreibt nicht, welche Firewall Sie kaufen sollen, sondern wie ein Unternehmen Informationssicherheit systematisch steuert: Risiken erkennen und bewerten, Maßnahmen festlegen, umsetzen, prüfen und verbessern. Der Anhang A der Norm listet 93 Maßnahmen in vier Bereichen – organisatorisch, personell, physisch, technisch –, aus denen Sie die passenden auswählen und begründen.

Am Ende steht ein Zertifikat einer akkreditierten Zertifizierungsstelle, das drei Jahre gilt und jährlich überwacht wird. Es belegt gegenüber Kunden, Partnern, Versicherern und Behörden, dass Ihre Informationssicherheit nicht vom Engagement einzelner abhängt, sondern als Prozess funktioniert.

Für wen lohnt sich ein ISMS im Mittelstand?

Nicht jedes Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden braucht ein Zertifikat. Es gibt aber drei Situationen, in denen sich die ISO 27001 für den Mittelstand rechnet – oder unumgänglich wird:

  • Zulieferer: Automobil- und Maschinenbaukonzerne, Medizintechnikhersteller und Energieversorger bewerten die Informationssicherheit ihrer Lieferanten. Ein Zertifikat beendet die Fragebögen und Audits – oder ist bereits Bedingung für den Rahmenvertrag.
  • KRITIS und NIS2: Wer als wichtige oder besonders wichtige Einrichtung unter das NIS2-Umsetzungsgesetz fällt, muss Maßnahmen umsetzen und nachweisen. Ein ISMS nach ISO 27001 ist der strukturierte Weg dazu und wird als Nachweis anerkannt.
  • Ausschreibungen: Öffentliche Auftraggeber, Banken, Versicherungen und Kommunen verlangen die ISO 27001 zunehmend als Eignungskriterium – wer sie nicht hat, wird nicht bewertet.
  • Cyber-Versicherung: Ein ISMS senkt das Risiko und erleichtert die Antragstellung; einige Versicherer honorieren das bei der Prämie. Mehr dazu im Cyber-Versicherungs-Check.

Und es gibt den Nutzen, den niemand in Ausschreibungen abfragt: Ein Unternehmen mit ISMS weiß, welche Systeme es hat, wer darauf Zugriff hat, was bei einem Ausfall passiert und wer dann was tut. Das sind genau die Punkte, die im Ernstfall über Tage Stillstand oder Stunden entscheiden.

Der Weg zur ISO 27001 in sechs Schritten

  1. Geltungsbereich und Bestandsaufnahme. Was soll das ISMS umfassen – das ganze Unternehmen, ein Standort, ein Geschäftsbereich? Welche Systeme, Daten und Prozesse gehören dazu? Eine saubere IT-Dokumentation mit Docusnap ist hier die halbe Arbeit.
  2. Gap-Analyse. Wir prüfen Organisation und Technik gegen die Anforderungen der Norm und die 93 Maßnahmen des Anhangs A. Ergebnis: eine Lückenliste mit Priorität und Aufwandsschätzung.
  3. Risikoanalyse und Maßnahmenplan. Gemeinsam bewerten wir Risiken für Ihre Informationswerte und legen fest, welche Maßnahmen Sie umsetzen – und welche begründet nicht. Daraus entsteht das Statement of Applicability, das Herzstück der Zertifizierung.
  4. Umsetzung. BES setzt die technischen Maßnahmen um: Netzsegmentierung, Managed Firewall, Endpoint-Schutz mit EDR/XDR, MFA, Patch- und Schwachstellenmanagement, Backup & Disaster Recovery, Monitoring, Protokollierung. CMD Datenschutz & Compliance erarbeitet Richtlinien, Prozesse, Schulungen und den IT-Notfallplan.
  5. Internes Audit und Managementbewertung. Bevor der externe Auditor kommt, prüfen wir selbst: Funktionieren die Prozesse, gibt es Nachweise, hat die Geschäftsführung das ISMS bewertet? Abweichungen werden behoben, nicht versteckt.
  6. Zertifizierungsaudit. Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle prüft in zwei Stufen – Dokumentation, dann Umsetzung vor Ort. Wir begleiten beide Termine, danach beginnt der laufende Betrieb mit jährlichen Überwachungsaudits.

Wir gehen den Weg selbst

BES Systemhaus durchläuft die ISO-27001-Zertifizierung derzeit selbst, mit dem Ziel, sie im ersten Halbjahr 2027 abzuschließen. Das tun wir aus zwei Gründen: Als IT-Dienstleister mit Zugriff auf die Systeme von über 2.500 Arbeitsplätzen sind wir Teil der Lieferkette unserer Kunden – und die fragen zu Recht nach unserem eigenen Sicherheitsniveau. Und weil wir Kunden nur dann glaubwürdig begleiten können, wenn wir Risikoanalyse, Statement of Applicability, internes Audit und die Fragen des Auditors aus eigener Erfahrung kennen.

Für Sie heißt das: Wir wissen, welche Dokumente wirklich gebraucht werden und welche nur Papier erzeugen. Wir kennen den Aufwand realistisch, nicht aus der Broschüre. Und wir können sagen, welche technischen Maßnahmen ein Auditor sehen will – weil wir sie bei uns selbst nachweisen.

Rollen: Wer macht was?

Ein ISMS braucht zwei Kompetenzen, die selten in einer Person stecken: Technik und Managementsystem. In der L&S Unternehmensgruppe sind sie auf zwei Schwesterfirmen verteilt, die seit Jahren zusammenarbeiten:

AufgabeBES SystemhausCMD Datenschutz & Compliance
RolleTechnische Umsetzung und BetriebISMS-Aufbau, externer Informationssicherheitsbeauftragter (ISB), Datenschutz
LeistungenGap-Analyse Technik, Netz- und Endpoint-Sicherheit, MFA, Backup, Monitoring, Protokollierung, IT-Dokumentation, Monatsreport als NachweisRisikoanalyse, Richtlinien, Statement of Applicability, Schulungen, internes Audit, Begleitung im Zertifizierungsaudit, laufende ISB-Tätigkeit
NachweiseKonfigurationsdokumentation, Update- und Änderungsprotokolle, Backup-Berichte, SchwachstellenscansISMS-Dokumentation, Auditberichte, Managementbewertung, Schulungsnachweise
Ihr AnsprechpartnerFester Betreuer bei BESFester ISB bei CMD

Beide arbeiten an einem gemeinsamen Maßnahmenplan. Sie müssen nicht zwischen zwei Dienstleistern vermitteln, die sich gegenseitig auf Zuständigkeiten berufen.

ISO 27001, TISAX und NIS2 – was ist was?

Die drei Begriffe tauchen häufig zusammen auf und werden verwechselt. Sie haben unterschiedliche Zwecke, bauen aber inhaltlich aufeinander auf:

KriteriumISO 27001TISAXNIS2
Was ist es?Internationale Norm für Informationssicherheits-ManagementsystemePrüf- und Austauschverfahren der Automobilindustrie, basiert auf dem VDA-ISA-Katalog, der sich an ISO 27001 orientiertEU-Richtlinie, in Deutschland Gesetz über das NIS2-Umsetzungsgesetz und das BSIG
ZweckSystematische Steuerung der Informationssicherheit, branchenunabhängigNachweis der Informationssicherheit gegenüber Automobilherstellern und -zulieferern, inklusive PrototypenschutzMindestniveau an Cybersicherheit für Unternehmen in kritischen Sektoren
Pflicht?Freiwillig – wird aber vertraglich oder in Ausschreibungen verlangtFaktisch Pflicht für Zulieferer der Automobilindustrie, vertraglich gefordertGesetzlich verpflichtend für betroffene Einrichtungen, mit Bußgeldern und Haftung der Geschäftsleitung
NachweisZertifikat einer akkreditierten Stelle, 3 Jahre gültig, jährliche ÜberwachungTISAX-Label nach Prüfung durch einen zugelassenen Prüfdienstleister, 3 Jahre gültigRegistrierung beim BSI, Dokumentation der Maßnahmen, Meldungen; Prüfungen durch das BSI; ISO 27001 wird als Nachweis anerkannt
Für wen relevant?Zulieferer, IT-Dienstleister, Unternehmen mit Ausschreibungen und sensiblen DatenAutomobilzulieferer, Entwicklungsdienstleister, Agenturen mit OEM-DatenUnternehmen ab 50 Mitarbeitenden bzw. 10 Mio. € Umsatz in 18 Sektoren, Betreiber kritischer Anlagen, deren Zulieferer

Wer ein ISMS nach ISO 27001 aufbaut, legt damit die Grundlage für TISAX und erfüllt den Großteil der NIS2-Mindestmaßnahmen. Ob und wann Sie unter NIS2 fallen, klären wir in der NIS2-Beratung.

Was kostet die ISO 27001 Zertifizierung?

Die Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: Beratung und ISMS-Aufbau, technische Maßnahmen, Zertifizierungsstelle. Die Höhe hängt von Größe, Geltungsbereich und Ausgangszustand ab. Als Orientierung für ein Unternehmen mit 50 bis 150 Arbeitsplätzen:

KostenblockOrientierungHinweis
Gap-AnalyseFestpreis nach ErstgesprächTechnik (BES) und Organisation (CMD) gemeinsam
ISMS-Aufbau und Begleitungauf Anfrage über CMDAbhängig von Geltungsbereich und vorhandener Dokumentation
Technische Maßnahmennach MaßnahmenplanOft bereits als Managed Service vorhanden
Zertifizierungsstelledirekt mit der ZertifizierungsstelleErstzertifizierung plus jährliche Überwachungsaudits
Laufender Betrieb (ISB extern)auf Anfrage über CMDÜber CMD Datenschutz & Compliance

Alle Angaben netto und als Platzhalter; verbindliche Zahlen erhalten Sie nach der Gap-Analyse.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg bis zum Zertifikat?

Für ein mittelständisches Unternehmen mit gut dokumentierter IT rechnen Sie mit neun bis fünfzehn Monaten von der Gap-Analyse bis zum Zertifizierungsaudit. Der größte Zeitfaktor ist nicht die Technik, sondern das Etablieren der Prozesse – ein Auditor will sehen, dass sie gelebt werden, nicht nur beschrieben.

Brauchen wir einen eigenen Informationssicherheitsbeauftragten?

Die Norm verlangt klare Verantwortlichkeiten, nicht zwingend eine Vollzeitstelle. Im Mittelstand ist ein externer ISB üblich – bei uns über CMD Datenschutz & Compliance. Intern brauchen Sie einen Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis, meist aus Geschäftsführung oder IT-Leitung.

Reicht ein ISMS ohne Zertifikat?

Für NIS2 und für die eigene Sicherheit: ja, ein dokumentiertes und gelebtes ISMS genügt. Für Kunden, Ausschreibungen und TISAX zählt meist nur der externe Nachweis. Wir empfehlen, das ISMS von Anfang an zertifizierungsfähig aufzubauen – dann ist der letzte Schritt klein, wenn ein Kunde ihn verlangt.

Wir haben bereits einen externen Datenschutzbeauftragten. Passt das zusammen?

Ja. Datenschutz und Informationssicherheit überschneiden sich stark – Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Löschkonzepte, Auftragsverarbeitung. Wenn Ihr Datenschutzbeauftragter bereits von CMD Datenschutz & Compliance kommt, ist die ISB-Rolle die natürliche Ergänzung. Ist es ein anderer Anbieter, arbeiten wir mit ihm zusammen.

Muss unsere gesamte IT bei BES sein, um begleitet zu werden?

Nein. Gap-Analyse und ISMS-Aufbau sind unabhängig davon, wer Ihre IT betreibt. Die technischen Maßnahmen kann Ihr bestehender Dienstleister umsetzen, wir im Co-Managed-Modell ergänzen oder als Managed Service übernehmen. Der Vorteil beim Managed Service: Die Nachweise entstehen im Betrieb automatisch.