DATEV zieht in die Cloud: Was Kanzleien und Unternehmen jetzt vorbereiten müssen

Juli 14, 2026 | Allgemein

Ratgeber ·

DATEV zieht in die Cloud: Was Kanzleien und Unternehmen jetzt vorbereiten müssen

DATEV zieht um. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Der Softwarehersteller aus Nürnberg überführt sein komplettes Programmportfolio schrittweise in die DATEV Cloud – die klassischen lokal installierten Programme laufen aus. Für Kanzleien und für Unternehmen, die mit ihrer Kanzlei über DATEV zusammenarbeiten, ist das kein reines Software-Update. Es ist eine IT-Umstellung, die Vorlauf braucht.

Was DATEV konkret plant

DATEV hat die Cloud-Transformation offiziell als Portfolioentwicklung angekündigt. Der Kern in einem Satz: Sämtliche DATEV-Programme ziehen in die Cloud um, die fest installierten lokalen Lösungen laufen aus.

Der Fahrplan sieht dabei so aus:

  • Ab 2026 ziehen die DATEV-Lösungen schrittweise um.
  • Ab Herbst 2026 nimmt die Umstellung im Bereich Kanzleimanagement (bisher: Eigenorganisation) Fahrt auf.
  • Danach folgen die Bereiche Lohn, Finanzbuchhaltung und Steuern.

Wichtig zu wissen: DATEV nennt bewusst keinen einheitlichen Stichtag für alle. Jede Kanzlei bekommt ihren eigenen Umstellungszeitraum, gesteuert über das sogenannte Umstellungscockpit. Das klingt entspannt – ist es aber nur, wenn die technischen Voraussetzungen bis dahin stehen.

Warum das ein IT-Thema ist und kein reines DATEV-Thema

Wer bisher DATEV auf einem lokalen Server oder Terminalserver betrieben hat, verlagert mit der Umstellung die Last von der eigenen Hardware ins Netz. Damit verschieben sich die kritischen Punkte:

Internetanbindung wird zur Produktionsanlage

Solange DATEV im Haus lief, war ein Ausfall der Leitung ärgerlich. Künftig steht die Buchhaltung still. Redundante Anbindung, ein sauber dimensionierter Anschluss und ein automatischer Failover – etwa über LTE/5G – sind keine Kür mehr.

Der Terminalserver verliert seine Rolle

Viele Kanzleien betreiben DATEV heute über Remote-Desktop-Sitzungen. Fällt dieser Zweck weg, stellt sich die Frage, ob die vorhandene Serverlandschaft überhaupt noch in dieser Größe gebraucht wird – oder ob eine schlankere, günstigere Lösung reicht. Wir schauen uns in solchen Fällen an, was wirklich noch On-Premise laufen muss und was nicht.

Identitäten und Berechtigungen rücken in den Mittelpunkt

Cloud-Anwendungen werden über Benutzerkonten abgesichert, nicht über den Netzwerkzugang. Das heißt: saubere Benutzerverwaltung, Mehr-Faktor-Authentifizierung und ein durchdachtes Rechtekonzept. Wer heute noch Sammelkonten nutzt, sollte das vor der Umstellung bereinigen.

Backup denkt man neu

Daten in der DATEV Cloud sind nicht automatisch Ihre Sicherung. Für die Übergangszeit laufen lokale und Cloud-Bestände oft parallel – genau in dieser Phase entstehen Lücken im Sicherungskonzept.

Endgeräte und Peripherie

Scanner, Multifunktionsgeräte und Kartenleser für die Signatur müssen mit den neuen Cloud-Anwendungen zusammenspielen. Nicht jedes Gerät, das seit acht Jahren zuverlässig läuft, tut das auch danach noch.

Ihre Vorbereitungs-Checkliste

  1. Bestandsaufnahme: Welche DATEV-Programme laufen bei Ihnen, in welcher Version, auf welchem System?
  2. Umstellungscockpit prüfen: Welcher Zeitraum ist für Sie hinterlegt?
  3. Leitung messen: Bandbreite, Latenz, Ausfallsicherheit – und zwar zu Stoßzeiten, nicht sonntags nachts.
  4. Benutzerkonten aufräumen: Sammelkonten auflösen, MFA einführen, Rechte dokumentieren.
  5. Serverstrategie festlegen: Was bleibt lokal, was kann weg, was wird ersetzt?
  6. Sicherungskonzept anpassen – vor der Umstellung, nicht danach.
  7. Mitarbeitende einbinden: Der Umstieg gelingt nicht allein durch Technik.

Der häufigste Fehler: zu spät anfangen

Die Erfahrung aus vergleichbaren Umstellungen ist eindeutig. Wer erst reagiert, wenn der Umstellungstermin im Cockpit steht, hat typischerweise vier bis sechs Wochen Zeit – zu wenig, um eine zweite Internetleitung zu bestellen, Hardware zu beschaffen oder ein Berechtigungskonzept sauber aufzusetzen. Wer die Vorarbeit dagegen in Ruhe erledigt, erlebt die Umstellung selbst als reines Software-Thema.

So unterstützen wir Sie

Wir betreuen als IT-Dienstleister in Schwabach, Nürnberg und Weißenburg zahlreiche Kanzleien und mittelständische Unternehmen und begleiten die DATEV-Cloud-Umstellung von der ersten Bestandsaufnahme bis zum Betrieb danach:

  • Analyse Ihrer aktuellen DATEV- und Serverumgebung
  • Prüfung und Ausbau der Internetanbindung inklusive Failover
  • Konzept für Benutzerkonten, Mehr-Faktor-Authentifizierung und Berechtigungen
  • Anpassung von Server- und Cloud-Infrastruktur
  • Überarbeitung des Backup- und Notfallkonzepts
  • Laufende Betreuung im Managed Service

Sie wissen noch nicht, wo Ihre Umgebung steht? Dann fangen wir genau da an.

Stand: 14. Juli 2026 · BES Systemhaus GmbH, Schwabach · Weißenburg · Nürnberg

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