IT-Lexikon · Cloud & Betrieb

S3 Storage

S3 Storage ist Objektspeicher, der Daten nicht in Ordnern und Dateien, sondern als Objekte mit Metadaten in sogenannten Buckets ablegt und über eine standardisierte Schnittstelle bereitstellt. Er ist praktisch unbegrenzt skalierbar und die Grundlage moderner Backup-Konzepte.

Was ist S3 Storage?

S3 steht für „Simple Storage Service“ und bezeichnet ursprünglich einen Dienst eines Cloud-Anbieters. Die dazugehörige Schnittstelle hat sich zum Industriestandard entwickelt: Zahlreiche Anbieter und Speichersysteme sprechen heute „S3-kompatibel“. Im Gegensatz zu klassischen Dateiservern oder Blockspeicher werden Objekte – etwa Backup-Dateien – über das Netzwerk per HTTPS geschrieben und gelesen, versioniert und mit Regeln für Aufbewahrung und Löschung versehen.

Eine entscheidende Funktion ist Object Lock, auch Immutable Storage genannt: Ein einmal geschriebenes Objekt kann für einen festgelegten Zeitraum weder verändert noch gelöscht werden – auch nicht von einem Administrator und auch nicht von einem Angreifer mit dessen Zugangsdaten. Erst nach Ablauf der Frist gibt der Speicher das Objekt frei.

Warum S3 Storage für den Mittelstand relevant ist

Ransomware-Angriffe zielen heute gezielt auf Backups. Bevor die Verschlüsselung startet, löschen Angreifer Sicherungen auf NAS-Systemen, Backup-Servern und in Cloud-Freigaben – alles, was mit den erbeuteten Administratorrechten erreichbar ist. Ein Backup, das sich löschen lässt, ist im Ernstfall kein Backup.

S3 mit Object Lock löst genau dieses Problem und ersetzt damit in vielen Fällen das Bandlaufwerk oder die physisch getrennte Festplatte als „Offline-Kopie“ der 3-2-1-Regel. Cyber-Versicherer fragen inzwischen ausdrücklich nach einer unveränderbaren oder getrennten Backup-Kopie; NIS2 und ISO 27001 verlangen ein Backup-Konzept, das Wiederherstellbarkeit auch nach einem Angriff gewährleistet. Für Unternehmen zwischen Nürnberg und Eichstätt kommt hinzu: Der Speicher wächst mit, ohne dass neue Hardware angeschafft werden muss, und die Kosten richten sich nach dem tatsächlichen Verbrauch.

Was passiert, wenn nicht? Nach einem Angriff stehen Sie vor verschlüsselten Produktivdaten und gelöschten Backups – die Situation, in der Unternehmen Lösegeld zahlen oder Wochen mit Rekonstruktion verbringen.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus nutzt S3-Objektspeicher als Zielspeicher für Backups im Rahmen von Cloud-Backup und Disaster Recovery. Als Option setzen wir S3 Storage aus der TERRA Cloud von Wortmann mit Rechenzentrum in Deutschland ein, aktivieren Object Lock mit einer auf Ihr Schutzbedürfnis abgestimmten Aufbewahrungsfrist und überwachen die Sicherungsläufe im Monitoring. Regelmäßige Wiederherstellungstests belegen, dass die Daten im Ernstfall tatsächlich nutzbar sind. Dasselbe Prinzip gilt für Microsoft 365 Backup & Archivierung, damit auch Postfächer, OneDrive und SharePoint gegen Löschung und Verschlüsselung geschützt sind. Wie die Wiederherstellung im Ablauf funktioniert, legen wir im IT-Notfallplan fest; ob Ihr heutiges Backup den Anforderungen der Versicherer genügt, klärt der Cyber-Versicherung-Check.

Häufige Fragen

Ist S3 Storage dasselbe wie ein Cloud-Laufwerk?

Nein. Cloud-Laufwerke wie OneDrive sind für die tägliche Arbeit gedacht. S3 ist ein technischer Speicher, den Backup- und Anwendungssoftware im Hintergrund nutzt. Anwender arbeiten nicht direkt damit.

Kann ich Daten mit Object Lock versehentlich zu lange sperren?

Die Aufbewahrungsfrist wird bewusst festgelegt und gilt danach verbindlich. Deshalb stimmen wir Fristen auf Ihr Backup-Konzept und Speicherbudget ab, bevor wir sie aktivieren.

Was kostet S3 Storage?

Die Abrechnung erfolgt nach gespeichertem Volumen, meist pro Gigabyte und Monat. Im Vergleich zu Bandlaufwerken oder zusätzlichen NAS-Systemen entfallen Hardware, Wartung und manuelle Medienwechsel.