IT-Lexikon · Sicherheit

Awareness Training (Security Awareness)

Awareness Training bezeichnet die regelmäßige Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitern zu IT-Sicherheit – vor allem im Erkennen von Phishing, Betrugsanrufen und riskantem Verhalten. Es macht aus dem größten Angriffsziel eines Unternehmens eine wirksame Verteidigungslinie.

Was ist Awareness Training?

Security Awareness Training ist ein fortlaufendes Programm, kein einmaliger Vortrag. Es kombiniert kurze Lerneinheiten – zu Themen wie Phishing, Passwörter, Umgang mit Anhängen, Betrug per Telefon, Homeoffice – mit simulierten Angriffen: Mitarbeiter erhalten in unregelmäßigen Abständen täuschend echte, aber harmlose Phishing-Mails. Wer klickt, landet nicht bei einem Angreifer, sondern bei einer kurzen Erklärung, woran die Nachricht zu erkennen gewesen wäre.

Die Ergebnisse werden ausgewertet: Klickraten, Meldequoten, Fortschritt über die Zeit. Die Geschäftsführung sieht so nicht nur, dass geschult wurde, sondern ob die Schulung wirkt.

Warum ist Awareness Training für den Mittelstand relevant?

Die meisten erfolgreichen Angriffe auf Unternehmen beginnen mit einer menschlichen Handlung: einem Klick, einer Passworteingabe, einer freigegebenen Überweisung. Technische Filter fangen den Großteil ab, aber nicht alles – und gezielte Angriffe auf Buchhaltung oder Geschäftsführung sind so gebaut, dass sie Filter passieren. Ein Mitarbeiter, der die Masche erkennt und meldet, ist an dieser Stelle die einzige wirksame Kontrolle.

Für Geschäftsführer ist Awareness Training zudem eine dokumentierte Pflicht. NIS2 verlangt von betroffenen Unternehmen Schulungen zur Cybersicherheit – ausdrücklich auch für die Leitungsorgane selbst. ISO 27001 fordert Sensibilisierung als Kontrolle. Cyber-Versicherer fragen im Antrag nach regelmäßigen Schulungen und Phishing-Simulationen; fehlen sie, wirkt sich das auf Prämie oder Deckung aus. Und nach einem Vorfall ist der Nachweis, dass Mitarbeiter geschult wurden, ein wesentlicher Beleg für die Sorgfalt der Geschäftsleitung.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus setzt das Securepoint Awareness Training als offizielle Lösung ein. Securepoint ist deutscher Hersteller und Partner von BES; die Plattform läuft in Deutschland und ist auf den Mittelstand ausgelegt. Wir richten das Training für Ihr Unternehmen ein, legen Mitarbeitergruppen und Schulungsrhythmus fest, planen die Phishing-Simulationen und stellen der Geschäftsführung die Auswertung bereit – ohne einzelne Mitarbeiter vorzuführen, aber mit klarem Bild, wo nachgeschult werden muss.

Das Training ist als Baustein unserer Managed IT-Services buchbar und ergänzt die technischen Maßnahmen wie E-Mail-Schutz, MFA und Endpoint-Schutz. Für Unternehmen mit Pflichten aus NIS2 dokumentieren wir Teilnahme und Ergebnisse im Rahmen der NIS2-Beratung als Nachweis. Ob Ihr Schulungsstand den Erwartungen Ihres Versicherers entspricht, klären wir im Cyber-Versicherungs-Check.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit kostet das Training die Mitarbeiter?

Wenige Minuten im Monat. Die Lerneinheiten sind kurz, die Simulationen laufen im normalen Postfach mit. Ein einmaliger Vortrag pro Jahr ist dagegen aufwendiger und wirkt nachweislich schlechter.

Fühlen sich Mitarbeiter durch Phishing-Simulationen kontrolliert?

Das hängt von der Kommunikation ab. Wir empfehlen, das Programm offen anzukündigen, Ergebnisse nur aggregiert zu betrachten und Meldungen verdächtiger Mails positiv hervorzuheben. Betriebsrat und Datenschutz beziehen wir frühzeitig ein.

Ist Awareness Training auch für kleine Betriebe sinnvoll?

Ja. Gerade in Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern hat jeder Einzelne Zugriff auf viele Daten, und eine manipulierte Überweisung trifft den Betrieb unmittelbar. Die Kosten pro Benutzer sind gering.