IT-Lexikon · Microsoft 365

Business Premium vs. E3

Microsoft 365 Business Premium und Microsoft 365 E3 sind die beiden Pläne, zwischen denen mittelständische Unternehmen am häufigsten wählen. Sie unterscheiden sich vor allem im Nutzerlimit, bei den Sicherheitsfunktionen und bei Compliance-Werkzeugen.

Definition

Microsoft 365 Business Premium ist der umfangreichste Plan der Business-Reihe, die für Unternehmen bis 300 Nutzer gedacht ist. Er enthält die Office-Anwendungen, Exchange Online, SharePoint, OneDrive, Teams sowie die Sicherheitsbausteine Intune, Defender for Business, Defender for Office 365 Plan 1, Entra ID P1 und Azure Information Protection.

Microsoft 365 E3 gehört zur Enterprise-Reihe ohne Nutzerlimit. Er enthält ebenfalls Office, Exchange, SharePoint, OneDrive, Teams, Intune und Entra ID P1, dazu größere Postfächer, erweiterte Compliance-Funktionen und Windows Enterprise. Nicht enthalten ist der Endpunktschutz Defender for Endpoint – der ist erst in E5 oder als Zusatzlizenz dabei.

Warum die Wahl für den Mittelstand relevant ist

Die Entscheidung ist nicht nur eine Preisfrage – Business Premium liegt laut Microsoft-Liste bei 19,06 € pro Nutzer und Monat, E3 bei 37,78 € (netto, jährliche Abrechnung, Stand September 2026) – sondern eine Frage des Zuschnitts.

MerkmalBusiness PremiumE3
Nutzerlimitbis 300unbegrenzt
Office-Anwendungenjaja
Postfachgröße50 GB (+ Archiv)100 GB (+ Archiv)
Intune / Geräteverwaltungjaja
Defender for Business (EDR)janein (Zusatzlizenz)
Defender for Office 365 (Phishing-Schutz)Plan 1nein (Zusatzlizenz)
Windows Enterpriseneinja
Erweiterte Compliance (eDiscovery Premium, Aufbewahrung)eingeschränktumfangreicher

Für die typische Firma in Mittelfranken mit 20 bis 250 Arbeitsplätzen ist Business Premium meist die bessere Wahl: Der integrierte Endpunktschutz und der Phishing-Schutz decken genau die Anforderungen ab, die Cyber-Versicherer und NIS2 stellen – ohne Zusatzlizenzen. E3 wird interessant, wenn das Unternehmen die 300-Nutzer-Grenze überschreitet, Windows Enterprise benötigt oder erweiterte Compliance-Anforderungen hat, etwa als Teil eines Konzerns.

Ein häufiger Fehler ist die Mischung ohne Plan: einige Nutzer auf Business Standard, andere auf E3, ein paar auf Business Premium. Das Ergebnis sind Sicherheitslücken, weil Richtlinien nur für lizenzierte Nutzer gelten, und unnötige Kosten.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus prüft in der Lizenzberatung, welche Funktionen ein Unternehmen tatsächlich braucht, welche bereits bezahlt, aber nicht genutzt werden, und wie sich die Kosten pro Arbeitsplatz senken lassen – etwa durch Kiosk-Lizenzen für Mitarbeitende in Produktion oder Lager. Wir bereinigen gewachsene Lizenzlandschaften und dokumentieren die Zuordnung.

Auf Basis des gewählten Plans richten wir die Sicherheitsfunktionen ein, die er mitbringt – bei Business Premium also Intune und Defender for Business. Das ist Bestandteil unserer Microsoft 365 Beratung & Härtung und des Managed Workplace. Unternehmen mit eigener IT-Abteilung unterstützen wir im Co-Managed-IT-Modell bei der Lizenzstrategie.

Häufige Fragen

Kann ich Business Premium und E3 im selben Unternehmen mischen?

Ja, technisch ist das möglich. Sinnvoll ist es, wenn es eine klare Regel gibt, etwa E3 nur für Nutzer, die Windows Enterprise brauchen. Ohne Regel entstehen Lücken in den Sicherheitsrichtlinien.

Was passiert, wenn wir über 300 Nutzer wachsen?

Business-Pläne lassen sich bis 300 Lizenzen erwerben. Darüber hinaus müssen die weiteren Nutzer einen Enterprise-Plan erhalten oder alle wechseln. Wir planen das rechtzeitig mit ein.

Reicht Business Standard nicht aus?

Business Standard enthält Office und die Cloud-Dienste, aber weder Intune noch EDR noch erweiterten Phishing-Schutz. Für Unternehmen, die Versicherungs- oder NIS2-Anforderungen erfüllen müssen, ist Business Premium der sinnvolle Mindeststandard.