IT-Lexikon · Kommunikation

PoE (Power over Ethernet)

PoE steht für Power over Ethernet und bezeichnet die Stromversorgung von Netzwerkgeräten über das Datenkabel. Access Points, IP-Kameras und Telefone brauchen damit keine eigene Steckdose.

Definition

Power over Ethernet überträgt neben den Daten auch elektrische Energie über das Netzwerkkabel. Die Einspeisung übernimmt entweder ein PoE-fähiger Switch oder ein Zwischenstecker (Injektor). Das Endgerät – etwa ein WLAN-Access-Point an der Decke – wird mit einem einzigen Kabel angeschlossen.

Drei Standards sind gebräuchlich, unterschieden nach der Leistung, die am Gerät ankommt:

StandardBezeichnungLeistung am Gerät (ca.)Typische Geräte
IEEE 802.3afPoEbis 13 WIP-Telefone, einfache Access Points, kleine Kameras
IEEE 802.3atPoE+bis 25 WAccess Points mit Wi-Fi 6, Kameras mit Schwenk-Neige-Funktion
IEEE 802.3btPoE++bis 51 W / 71 WAccess Points mit Wi-Fi 6E/7, Displays, kleine Switches

Ein Switch hat neben der Leistung pro Port ein Gesamtbudget. Ein 24-Port-Switch mit 200 Watt Budget kann nicht 24 Geräte mit je 25 Watt versorgen – ein häufiger Planungsfehler.

Warum PoE für den Mittelstand relevant ist

Auf den ersten Blick ist PoE ein technisches Detail. Für Geschäftsführer wird es relevant, wenn Projekte geplant werden: ein neues WLAN, Kameras für Halle und Hof, eine Cloud-Telefonanlage mit Tischtelefonen. In allen drei Fällen entscheidet PoE darüber, ob Elektriker Steckdosen an Decken und Außenwände legen müssen – oder ob ein Netzwerkkabel genügt.

Die Kostenersparnis ist erheblich: Eine Steckdose an der Hallendecke kostet mit Elektriker und Gerüst schnell mehrere hundert Euro; ein Netzwerkkabel wird sowieso gebraucht. Dazu kommt die zentrale Steuerung: PoE-Geräte lassen sich vom Switch aus neu starten, nach Feierabend abschalten oder bei Störung gezielt vom Strom trennen. Und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) am Switch hält alle angeschlossenen Geräte bei Stromausfall am Laufen – Telefone und Kameras inklusive.

Der Fehler, der in der Praxis Geld kostet, ist ein Switch mit zu wenig Leistung. Neue Access Points brauchen PoE+ oder PoE++; an einem alten Switch starten sie nicht oder laufen gedrosselt, ohne dass es jemand bemerkt.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus plant PoE als Teil jeder Netzwerk-, WLAN- und Kamerainstallation: Wir bilanzieren den Leistungsbedarf aller Endgeräte, wählen Switches mit ausreichendem Budget und Reserve, dokumentieren die Portbelegung in Docusnap und sichern Switches per USV ab. Bei der WLAN-Ausleuchtung ist die PoE-Planung inbegriffen; für Kameras mit UniFi ebenso.

Im Rahmen unserer Managed IT-Services überwachen wir die Switches – Auslastung des PoE-Budgets eingeschlossen –, damit ein ausgefallener Access Point oder eine stromlose Kamera auffällt, bevor jemand im Betrieb danach sucht. Für Produktionsbetriebe mit Hallen und Außenbereichen ist das die Grundlage stabiler Funkabdeckung.

Häufige Fragen

Kann ich PoE-Geräte an einen normalen Switch anschließen?

Ja, mit einem PoE-Injektor zwischen Switch und Gerät. Bei mehr als zwei oder drei Geräten ist ein PoE-Switch die sauberere und günstigere Lösung.

Wie weit reicht PoE über das Kabel?

Bis zur normalen Ethernet-Grenze von 100 Metern Kabellänge. Bei größeren Entfernungen, etwa zu einer Kamera am Hoftor, kommen PoE-Extender oder ein Zwischen-Switch zum Einsatz.

Ist PoE gefährlich oder brandgefährlich?

Nein. Die Spannung liegt bei rund 48 Volt Gleichstrom, und der Switch liefert nur Strom, wenn er ein PoE-fähiges Gerät erkennt. Normale Netzwerkgeräte ohne PoE nehmen keinen Schaden.