IT-Lexikon · Kommunikation

SIP-Trunk

Ein SIP-Trunk ist der Telefonanschluss über das Internet, der eine Telefonanlage mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet. Er ersetzt den ISDN-Anlagenanschluss und bündelt beliebig viele Rufnummern und Gesprächskanäle.

Definition

SIP steht für Session Initiation Protocol, das Standardprotokoll für Telefonie über IP-Netze. Ein SIP-Trunk („Bündel“) ist ein Anschluss beim Telefonanbieter, über den eine Telefonanlage – lokal oder in der Cloud – Gespräche ins Festnetz und Mobilfunknetz führt. Anders als bei Einzelrufnummern für jedes Endgerät werden am Trunk ein Rufnummernblock, etwa 09122 982 11-0 bis -99, und eine Anzahl gleichzeitiger Gesprächskanäle gebucht.

Seit der Abschaltung von ISDN in Deutschland ist der SIP-Trunk der Standardanschluss für Unternehmen. Die Telefonanlage meldet sich beim Anbieter an, Gespräche laufen als Datenpakete über die Internetleitung.

Warum der SIP-Trunk für den Mittelstand relevant ist

Für Geschäftsführer ist der SIP-Trunk meist unsichtbar – bis etwas nicht funktioniert. Drei Punkte entscheiden über die Qualität:

Leitungsqualität. Sprache reagiert empfindlich auf Verzögerung und Paketverlust. Ein Trunk über eine Internetleitung, die gleichzeitig Cloud-Dienste, Backups und Videokonferenzen trägt, braucht Priorisierung (QoS) auf Router und Firewall. Ohne sie werden Gespräche abgehackt, sobald jemand eine große Datei lädt.

Kanalanzahl. Zehn Kanäle bedeuten zehn gleichzeitige Gespräche, ein- und ausgehend zusammen. Wer zu knapp bucht, produziert Besetztzeichen bei Kunden; wer zu großzügig bucht, zahlt monatlich für ungenutzte Kapazität. Als Faustregel reicht für Bürobetriebe etwa ein Kanal je zehn Mitarbeitende, für Vertrieb oder Service mehr.

Ausfallsicherheit. Fällt die Internetleitung aus, ist auch das Telefon tot. Eine zweite Leitung, etwa über Mobilfunk, und eine Anlage in der Cloud, die Anrufe bei Ausfall auf Mobiltelefone umleitet, verhindern, dass ein Leitungsausfall zum Kommunikationsausfall wird.

Hinzu kommt der Rufnummernerhalt beim Anbieterwechsel: Die Portierung dauert Wochen und muss mit dem Anlagenwechsel abgestimmt werden, sonst ist das Unternehmen tagelang nicht erreichbar.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus plant den SIP-Trunk als Teil der Cloud-Telefonanlage mit 3CX: Wir ermitteln die benötigte Kanalanzahl, wählen einen für 3CX zertifizierten Anbieter, richten die Priorisierung im Netzwerk ein, koordinieren die Rufnummernportierung und richten die Ausfallumleitung ein. Der Trunk wird im Rahmen unserer Managed IT-Services überwacht, damit Störungen auffallen, bevor Kunden sie melden.

Häufige Fragen

Brauche ich für den SIP-Trunk eine besondere Internetleitung?

Nicht unbedingt, aber eine mit ausreichender Bandbreite und stabiler Latenz. Pro Gespräch werden etwa 100 kbit/s in beide Richtungen benötigt. Entscheidend ist die Priorisierung des Sprachverkehrs gegenüber anderen Daten.

Kann ich meine bestehenden Rufnummern behalten?

Ja. Rufnummern werden zum neuen Anbieter portiert. Der Zeitpunkt wird mit dem Wechsel der Telefonanlage abgestimmt, damit keine Lücke in der Erreichbarkeit entsteht.

Was ist der Unterschied zwischen SIP-Trunk und Teams-Telefonie?

Teams-Telefonie nutzt ebenfalls einen SIP-Trunk, entweder direkt von Microsoft oder über einen Anbieter per Direct Routing. Der Trunk ist der Anschluss, Teams oder 3CX die Anlage, die ihn nutzt.