IT-Lexikon · Sicherheit

3-2-1-Regel (Backup)

Die 3-2-1-Regel besagt: Halten Sie drei Kopien Ihrer Daten vor, auf zwei verschiedenen Speichermedien, davon eine an einem anderen Ort. Sie ist der bewährte Mindeststandard für Datensicherung – und wird heute um Unveränderbarkeit ergänzt.

Was ist die 3-2-1-Regel?

Die 3-2-1-Regel ist eine einfache Faustformel für Datensicherung. Drei Kopien: die Produktivdaten plus zwei Sicherungen, damit der Ausfall einer Sicherung nicht zum Datenverlust führt. Zwei Medien: die Sicherungen liegen auf unterschiedlichen Techniken oder Systemen, etwa lokalem Backup-Speicher und Cloud, damit ein Fehler eines Systems nicht beide trifft. Eine Kopie außer Haus: mindestens eine Sicherung befindet sich an einem anderen Standort, damit Brand, Wasser, Diebstahl oder ein Angriff auf das Firmennetz sie nicht erreichen.

In den letzten Jahren hat sich die Regel weiterentwickelt, häufig als 3-2-1-1-0 bezeichnet: eine zusätzliche Kopie unveränderbar oder vom Netz getrennt (Immutable Backup), und null Fehler bei der regelmäßigen Wiederherstellungsprüfung.

Warum ist die 3-2-1-Regel für den Mittelstand relevant?

In vielen Unternehmen in Mittelfranken sieht die Sicherung so aus: ein NAS im Serverraum, das nachts die Server kopiert. Das ist eine Kopie auf einem Medium am selben Ort – und verletzt alle drei Grundsätze. Bei einem Brand ist alles weg; bei Ransomware wird das NAS mitverschlüsselt, weil es im selben Netz hängt. Manchmal existiert zusätzlich eine externe Festplatte, die irgendwann jemand mitgenommen hat – der Stand ist unbekannt.

Für Geschäftsführer geht es um die Frage, ob das Unternehmen nach einem Ereignis weiterarbeiten kann. Die 3-2-1-Regel ist dafür der einfachste Prüfstein und zugleich das, was Cyber-Versicherer, Wirtschaftsprüfer und Prüfer nach NIS2 oder ISO 27001 als Mindestmaß erwarten. Auch Microsoft 365 ist davon nicht ausgenommen: Microsoft betreibt die Plattform, sichert aber Ihre Daten nicht im Sinne eines Backups – gelöschte oder verschlüsselte Inhalte sind nach kurzer Frist endgültig verloren.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus setzt die 3-2-1-Regel als Standard in Cloud-Backup und Disaster Recovery um. Die erste Sicherung erfolgt lokal auf eigenem Backup-Speicher für schnelle Wiederherstellungen einzelner Dateien oder Server. Die zweite Kopie wird verschlüsselt in die TERRA Cloud von Wortmann in Deutschland übertragen – an einen anderen Ort, auf ein anderes System, mit eigenen Zugangsdaten und unveränderbar für die vereinbarte Frist. Für Microsoft 365 ergänzen wir das Microsoft 365 Backup & Archivierung für Postfächer, OneDrive, SharePoint und Teams.

Die „0“ nehmen wir ernst: Wiederherstellungen werden regelmäßig getestet und im Monatsreport dokumentiert. Welche Systeme wie schnell zurück sein müssen, legen wir gemeinsam als RTO und RPO fest und halten es im IT-Notfallplan fest.

Häufige Fragen

Zählt die Cloud als „anderer Ort“?

Ja, wenn sie technisch und organisatorisch vom Firmennetz getrennt ist – eigene Zugangsdaten, keine dauerhafte Laufwerksverbindung, idealerweise Objektsperre. Ein synchronisierter Cloud-Ordner ist dagegen kein Backup, weil er Löschungen und Verschlüsselung mitkopiert.

Wie oft muss gesichert werden?

Das hängt davon ab, wie viel Datenverlust Sie verkraften können. Für Server sind mehrere Sicherungen pro Tag üblich, für Dateiserver mindestens täglich. Den Wert legen wir als RPO fest.

Reicht eine Sicherung, wenn ich in der Cloud arbeite?

Nein. Cloud-Anbieter sichern ihre Infrastruktur, nicht Ihre Daten gegen Löschung, Fehler oder Angriffe. Für Microsoft 365 braucht es eine eigenständige Sicherung außerhalb der Plattform.