IT-Lexikon · Sicherheit

Ransomware

Ransomware ist Schadsoftware, die Daten und Systeme verschlüsselt und für die Freigabe Lösegeld verlangt. Für mittelständische Unternehmen ist sie das Sicherheitsrisiko mit dem größten Schadenpotenzial – bis hin zum wochenlangen Stillstand.

Was ist Ransomware?

Ransomware (von englisch ransom, Lösegeld) verschlüsselt Dateien, Datenbanken und ganze Server, sodass das Unternehmen nicht mehr darauf zugreifen kann. Die Angreifer verlangen für den Entschlüsselungsschlüssel eine Zahlung, meist in Kryptowährung. Inzwischen ist die doppelte Erpressung Standard: Vor der Verschlüsselung werden Daten gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht – ein funktionierendes Backup allein löst das Problem also nicht mehr.

Ein Angriff verläuft in Phasen: Einstieg über Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder eine ungepatchte Schwachstelle; anschließend Ausbreitung im Netz, Erlangen von Administratorrechten, Zerstören der Backups; zuletzt die Verschlüsselung, häufig am Wochenende.

Warum ist Ransomware für den Mittelstand relevant?

Angreifer suchen nicht nach großen Namen, sondern nach erreichbaren Zielen. Unternehmen mit 20 bis 250 Arbeitsplätzen sind häufig betroffen, weil Schutzmaßnahmen lückenhaft sind und die Zahlungsbereitschaft hoch ist, wenn die Produktion steht. Die Kosten entstehen dabei weniger durch das Lösegeld als durch den Stillstand: Tage bis Wochen ohne Auftragsbearbeitung, Lieferverzug, Wiederaufbau der IT, forensische Untersuchung, Meldepflichten nach DSGVO und gegebenenfalls NIS2, Vertrauensverlust bei Kunden.

Cyber-Versicherer haben darauf reagiert: Policen setzen MFA, EDR, Netzsegmentierung, Patchmanagement und vor allem unveränderbare, getrennte Backups voraus. Wer diese Fragen im Antrag nicht mit Ja beantworten kann, erhält keinen oder nur eingeschränkten Schutz.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus setzt bei Ransomware auf zwei Ebenen: verhindern und wiederherstellen. Zur Vorbeugung gehören Endpoint-Schutz mit EDR/XDR von Sophos oder Microsoft, Managed Firewall mit IPS, Netzsegmentierung, MFA, Schwachstellenmanagement und Awareness Training – zusammengefasst in unseren Managed IT-Services.

Für den Fall, dass ein Angriff trotzdem gelingt, sorgt Cloud-Backup und Disaster Recovery in der TERRA Cloud in Deutschland dafür, dass Sie wieder arbeitsfähig werden: Immutable Backups, die auch Angreifer mit Administratorrechten nicht löschen können, zugesicherte Ressourcen für den Wiederanlauf und regelmäßig getestete Wiederherstellung. Der IT-Notfallplan legt fest, wer im Ernstfall was tut. Ob Ihr Schutz den Anforderungen Ihres Versicherers genügt, klären wir im Cyber-Versicherungs-Check.

Häufige Fragen

Sollte man Lösegeld zahlen?

Behörden raten davon ab. Eine Zahlung garantiert weder die Entschlüsselung noch die Löschung gestohlener Daten und finanziert weitere Angriffe. Wer ein sauberes, getestetes Backup hat, muss diese Entscheidung gar nicht treffen.

Wie lange dauert die Wiederherstellung nach einem Angriff?

Ohne Vorbereitung Wochen. Mit getestetem Disaster-Recovery-Konzept und dokumentiertem Notfallplan sind kritische Systeme oft innerhalb eines Tages wieder verfügbar – die Zielwerte legen wir als RTO und RPO vorab fest.

Muss ich einen Ransomware-Angriff melden?

Bei Betroffenheit personenbezogener Daten in der Regel innerhalb von 72 Stunden an die Datenschutzaufsicht. Unternehmen im Anwendungsbereich von NIS2 müssen zusätzlich das BSI informieren, erste Meldung innerhalb von 24 Stunden.