IT-Lexikon · Sicherheit

Next-Generation-Firewall (NGFW)

Eine Next-Generation-Firewall prüft nicht nur Adressen und Ports, sondern den Inhalt des Datenverkehrs – inklusive Anwendungen, Benutzern und verschlüsselten Verbindungen. Sie ist die Grundlage jeder Netzwerksicherheit im Unternehmen.

Was ist eine Next-Generation-Firewall?

Eine klassische Firewall entscheidet anhand von IP-Adressen und Ports, welcher Datenverkehr das Netzwerk verlassen oder betreten darf. Eine Next-Generation-Firewall (NGFW) geht deutlich weiter: Sie erkennt, welche Anwendung hinter einer Verbindung steckt, welcher Benutzer sie aufgebaut hat und ob der Inhalt Schadcode oder Angriffsmuster enthält. Dazu gehören Funktionen wie IPS/IDS, Webfilter, Virenschutz am Netzwerkrand, Anwendungskontrolle und die Prüfung verschlüsselter Verbindungen.

Der zweite Unterschied liegt im Zusammenspiel: Moderne NGFWs kommunizieren mit dem Endpoint-Schutz und können ein infiziertes Gerät automatisch vom Netz trennen, bevor sich ein Angriff ausbreitet.

Warum ist eine NGFW für den Mittelstand relevant?

Der überwiegende Teil des heutigen Internetverkehrs ist verschlüsselt – auch der von Schadsoftware. Eine Firewall, die verschlüsselte Verbindungen nicht prüft, sieht von einem Angriff praktisch nichts. Gleichzeitig ist in vielen Unternehmen in Mittelfranken noch ein Router vom Provider oder eine Firewall im Einsatz, deren Regeln seit Jahren niemand angefasst hat und deren Firmware nicht aktualisiert wird. Genau solche Geräte sind Einstiegspunkte für Ransomware.

Für Geschäftsführer ist die Firewall zudem ein Prüfpunkt von außen: Cyber-Versicherer fragen nach Firewall-Typ, Update-Stand und Segmentierung. NIS2 und ISO 27001 verlangen dokumentierte Regelwerke und regelmäßige Überprüfung. Und wer Produktionsanlagen, Kassensysteme oder Praxisgeräte betreibt, braucht eine Firewall, die den Verkehr zwischen Netzsegmenten kontrolliert – nicht nur den ins Internet.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus betreibt Next-Generation-Firewalls unserer Partner Securepoint und Sophos als Managed Firewall. Das umfasst Auswahl und Dimensionierung, Einrichtung des Regelwerks, VLAN-Segmentierung, VPN für Homeoffice und Standortkopplung, laufende Updates, Überwachung und die Auswertung der Protokolle im Monatsreport. Securepoint entwickelt und hostet in Deutschland – ein Punkt, der für viele unserer Kunden bei der Frage des Datenschutzes zählt.

Die Managed Firewall ist Bestandteil unserer Managed IT-Services und wird bei Bedarf branchenspezifisch ausgelegt – etwa mit getrennten Netzen für Maschinen und Büro in der Produktion.

Häufige Fragen

Reicht der Router vom Internetanbieter nicht?

Ein Provider-Router bietet eine einfache Paketfilterung, aber keine Anwendungserkennung, kein IPS und keine Prüfung verschlüsselter Verbindungen. Für ein Unternehmen mit Kundendaten und Produktionsdaten ist das nicht ausreichend.

Wie oft muss eine Firewall aktualisiert werden?

Sicherheitsupdates der Firmware erscheinen mehrmals im Jahr, Signaturen für IPS und Virenschutz mehrmals täglich. Beides läuft bei einer Managed Firewall automatisch und wird von uns überwacht.

Bremst die Prüfung verschlüsselter Verbindungen das Internet aus?

Bei richtiger Dimensionierung nicht spürbar. Wir legen die Firewall auf Ihre Bandbreite und Benutzerzahl aus und nehmen sensible Dienste wie Online-Banking von der Prüfung aus.