IT-Lexikon · Sicherheit

XDR (Extended Detection and Response)

XDR erweitert den Endpoint-Schutz um Daten aus E-Mail, Cloud, Identitäten, Firewall und Netzwerk. Angriffe werden so über mehrere Systeme hinweg erkannt – nicht nur auf dem einzelnen Gerät.

Was ist XDR?

XDR steht für Extended Detection and Response und ist die Weiterentwicklung von EDR. Während EDR nur die Endgeräte betrachtet, führt XDR Signale aus mehreren Quellen zusammen: Endpoints, E-Mail-Postfächer, Benutzerkonten, Firewall, Cloud-Dienste wie Microsoft 365 und teilweise Netzwerkgeräte. Die Daten werden in einer zentralen Plattform korreliert.

Der Vorteil liegt im Zusammenhang: Ein einzelner fehlgeschlagener Anmeldeversuch ist harmlos. Ein fehlgeschlagener Anmeldeversuch aus dem Ausland, gefolgt von einer erfolgreichen Anmeldung, einer neuen Weiterleitungsregel im Postfach und einem ungewöhnlichen Download auf einem Notebook ist ein Angriff. XDR erkennt diese Kette, wo Einzelwerkzeuge nur Einzelereignisse sehen.

Warum ist XDR für den Mittelstand relevant?

Die meisten erfolgreichen Angriffe auf mittelständische Unternehmen beginnen heute nicht auf dem Rechner, sondern beim Benutzerkonto: eine Phishing-Mail, ein gestohlenes Passwort, ein Zugriff auf das Microsoft-365-Konto. Von dort arbeiten sich Angreifer weiter zu Dateiservern und Backups vor. Ein Schutz, der nur auf dem Endgerät ansetzt, sieht die ersten Schritte nicht.

Für Geschäftsführer bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr, ob ein Virenschutz installiert ist, sondern ob das Unternehmen einen Angriff in den ersten Stunden bemerkt. Versicherer und Prüfer im Rahmen von NIS2 oder ISO 27001 fragen genau danach – nach Erkennung, Protokollierung und Reaktionsfähigkeit über die gesamte IT hinweg. XDR liefert dafür die technische Basis, ohne dass ein Unternehmen mit 50 Arbeitsplätzen ein eigenes Sicherheitsteam aufbauen muss.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus setzt XDR mit Lösungen unserer Partner Sophos und Microsoft um. Bei Sophos verbinden wir Endpoint-Schutz und Managed Firewall, sodass Firewall und Endgeräte Informationen austauschen und ein infiziertes Gerät automatisch isoliert wird. Bei Microsoft nutzen wir die in Business Premium enthaltenen Defender-Komponenten für Endgeräte, E-Mail und Identitäten – abgestimmt im Rahmen unserer Microsoft 365 Beratung & Härtung.

Der Betrieb läuft als Teil der Managed IT-Services: Wir bewerten Alarme, reagieren innerhalb von unter zwei Stunden auf Tickets und dokumentieren Vorfälle im Monatsreport. Für Kunden, die eine Überwachung rund um die Uhr benötigen, kombinieren wir XDR mit einem MDR-Dienst.

Häufige Fragen

Brauche ich XDR, wenn ich schon EDR habe?

EDR ist die Grundlage. XDR lohnt sich, sobald Microsoft 365, mobile Arbeitsplätze und Cloud-Dienste eine Rolle spielen – also in praktisch jedem Unternehmen, das nicht ausschließlich lokal arbeitet.

Ist XDR für 20 Arbeitsplätze nicht überdimensioniert?

Nein. Die Plattformen werden pro Benutzer lizenziert und lassen sich klein starten. Der Aufwand liegt im Betrieb, nicht in der Größe – und den übernimmt bei uns das Systemhaus.

Was unterscheidet XDR von SIEM?

Ein SIEM sammelt Protokolle aus beliebigen Quellen und muss aufwendig konfiguriert werden. XDR ist enger integriert, herstellerbezogen und liefert fertige Erkennungslogik – für den Mittelstand meist der praktikablere Weg.