IT-Lexikon · Sicherheit

Zero Trust

Zero Trust ist ein Sicherheitsmodell, bei dem jeder Zugriff geprüft wird – unabhängig davon, ob er aus dem Firmennetz oder von außen kommt. Vertrauen entsteht nicht durch den Standort, sondern durch Identität, Gerätezustand und Kontext.

Was ist Zero Trust?

Das klassische Sicherheitsmodell funktioniert wie eine Burg: Wer einmal innerhalb der Mauern – also im Firmennetz – ist, darf fast alles. Zero Trust bricht mit diesem Prinzip. Jeder Zugriff auf Daten oder Anwendungen wird einzeln geprüft: Wer greift zu, von welchem Gerät, in welchem Zustand, von wo und auf was? Erst wenn alle Kriterien passen, wird der Zugriff gewährt – und zwar nur auf das, was für die Aufgabe nötig ist.

Zero Trust ist kein Produkt, sondern ein Konzept, das mehrere Bausteine verbindet: Multi-Faktor-Authentifizierung, Conditional Access, verwaltete Geräte, Netzsegmentierung, minimale Berechtigungen und laufende Überwachung.

Warum ist Zero Trust für den Mittelstand relevant?

Die Burgmauer gibt es in den meisten Unternehmen ohnehin nicht mehr. Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice, Daten liegen in Microsoft 365, Dienstleister greifen per Fernwartung zu, Smartphones sind mit dem Firmenpostfach verbunden. Ein Angreifer, der ein einziges Passwort erbeutet hat, steht damit bereits „innerhalb der Mauern“. Genau so beginnen die meisten Ransomware-Fälle im Mittelstand.

Zero Trust begrenzt diesen Schaden strukturell: Ein gestohlenes Passwort allein reicht nicht, ein fremdes Gerät bekommt keinen Zugang, ein kompromittierter Rechner erreicht nicht das gesamte Netz. Versicherer bewerten diese Maßnahmen inzwischen einzeln in ihren Fragebögen, und NIS2 wie ISO 27001 verlangen im Kern genau dieses risikobasierte Zugriffskonzept. Der Vorteil für Geschäftsführer: Die Bausteine sind in Microsoft 365 Business Premium weitgehend enthalten – sie müssen nur konsequent eingerichtet werden.

Was BES daraus macht

BES Systemhaus setzt Zero Trust schrittweise um, ohne den Betrieb zu stören. Ausgangspunkt ist meist die Microsoft 365 Beratung & Härtung: Wir aktivieren MFA für alle Konten, richten Conditional-Access-Regeln ein, binden Geräte über Intune ein und heben den Secure Score messbar an. Im Netzwerk ergänzen wir Segmentierung über die Managed Firewall, sodass auch intern nur freigegebene Verbindungen möglich sind.

Für Unternehmen, die ihre Arbeitsplätze vollständig cloudbasiert betreiben, ist Zero Trust im Managed Workplace bereits konzeptionell verankert: Jedes Gerät ist verwaltet, jeder Zugriff geprüft, jeder Schritt dokumentiert. Fortschritte machen wir im Monatsreport und im Quartals-Roadmap-Gespräch sichtbar.

Häufige Fragen

Ist Zero Trust für 30 Arbeitsplätze nicht zu aufwendig?

Nein. Die meisten Bausteine sind in vorhandenen Lizenzen enthalten. Der Aufwand liegt in der sauberen Einrichtung, nicht in zusätzlicher Technik. Kleine Unternehmen profitieren sogar besonders, weil sie weniger Altlasten haben.

Bedeutet Zero Trust ständige Anmeldeaufforderungen für Mitarbeiter?

Richtig konfiguriert nicht. Ein verwaltetes, gesundes Gerät am bekannten Standort meldet sich einmal an; zusätzliche Prüfungen greifen nur bei ungewöhnlichem Verhalten.

Kann ich Zero Trust auch mit lokalen Servern umsetzen?

Ja. Segmentierung, MFA für Fernzugriffe und minimale Berechtigungen funktionieren auch in klassischen Umgebungen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise nach Risiko.