IT-Lexikon · Cloud & Betrieb

USV: unterbrechungsfreie Stromversorgung für Server und Netzwerk

Eine USV überbrückt Stromausfälle und glättet Spannungsschwankungen mit Akkus. Im Unternehmen schützt sie Server, Speicher, Firewall und Telefonanlage vor dem harten Abschalten – nicht stundenlang, sondern lange genug für ein geordnetes Herunterfahren.

Was ist eine USV?

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sitzt zwischen Steckdose und IT. Fällt der Strom aus oder schwankt die Spannung, übernimmt ein Akku ohne spürbare Unterbrechung. Für kurze Aussetzer bleibt alles am Laufen; bei längeren Ausfällen gibt die USV die Zeit, Server und Speicher sauber herunterzufahren, statt sie hart abzuschalten.

Die drei Bauarten

Die Norm IEC/EN 62040-3 unterscheidet drei Klassen:

  • Offline bzw. Standby (VFD): schaltet erst bei Ausfall auf Akku um. Günstig, für einzelne Arbeitsplätze ausreichend.
  • Line-Interactive (VI): regelt zusätzlich Unter- und Überspannung aus, ohne auf Akku zu gehen. Der übliche Standard für kleine Serverschränke.
  • Online bzw. Doppelwandler (VFI): versorgt die Geräte dauerhaft über den Wechselrichter, ohne Umschaltzeit. Für Serverräume, Netze mit schwankender Stromqualität und kritische Systeme.

Wie groß muss eine USV-Anlage sein?

  1. Leistung addieren: die tatsächliche Leistungsaufnahme aller angeschlossenen Geräte in Watt, nicht die Maximalwerte vom Typenschild.
  2. Reserve einplanen: Im Normalbetrieb sollte die USV nicht mehr als etwa 70–80 % ausgelastet sein. Maßgeblich ist die Watt-Angabe – die VA-Zahl liegt immer höher.
  3. Überbrückungszeit festlegen: Wie lange muss die USV halten, bis alle Systeme sauber heruntergefahren sind? Meist reichen 10 bis 20 Minuten.
  4. Abschaltung automatisieren: Über Netzwerkkarte und Software fährt die USV Server und Speicher selbstständig herunter – auch nachts und am Wochenende.

Wartung: der häufigste Schwachpunkt

Blei-Akkus in USV-Anlagen halten typischerweise drei bis fünf Jahre, bei hoher Raumtemperatur deutlich kürzer. Ohne regelmäßigen Selbsttest fällt ein schwacher Akku erst im Ernstfall auf. Sinnvoll ist deshalb, die USV ins Monitoring einzubinden: Akkuzustand, Last und Stromereignisse laufen dann als Warnung auf, bevor ein Ausfall daraus wird.

Was BES daraus macht

Bei Projekten rund um Server und Virtualisierung und beim IT-Notfallplan gehört die Stromversorgung mit auf die Liste: passende Größe, automatische Abschaltung und eine Wiederanlauf-Reihenfolge, die nach dem Stromausfall auch wirklich funktioniert.

Häufige Fragen

Ersetzt eine USV ein Notstromaggregat?

Nein. Eine USV überbrückt Minuten, ein Aggregat Stunden. Für die meisten Büros und Praxen genügt eine USV mit automatischer Abschaltung.

Braucht auch die Firewall eine USV?

Ja, wenn bei kurzen Ausfällen Internet, Telefonie und VPN weiterlaufen sollen. Router, Switches und Firewall verbrauchen wenig und lassen sich mit einer kleinen USV lange versorgen.

Spielt die USV für Datenschutz und IT-Sicherheit eine Rolle?

Ja. Verfügbarkeit ist eines der Schutzziele nach Art. 32 DSGVO und Teil jedes IT-Notfallplans. Ein ungeplantes Abschalten kann Datenbanken beschädigen und aufwendige Wiederherstellungen auslösen.